Bauunternehmer Jan-Gerd Kröger äußert sich: „Ich scheue keinen Konflikt“

Firmenchef und Präses Jan-Gerd Kröger über sich, seine Anzeige gegen die Gewosie und Probleme mit Projekten in einem Interview mit Christian Weth: DIE NORDDEUTSCHE vom 10.10.2016

Dort steht unter anderem:


…Bei der Anlage zur Müllbehandlung schauen Sie mit der Behörde ebenfalls – nämlich nach Alternativen zum Standort. Wohin ­blicken Sie denn?

Ich habe mit der Baubehörde vereinbart, dass wir noch einmal eine Gedankenpause einlegen.

Warum eine Gedankenpause, wenn Sie die Genehmigung schon haben?

Weil ich jetzt – anders als beim alten Bahnhof – von Anfang an der rational denkende Investor bin.

Das klingt eher irrational. Woran denken Sie denn jetzt, woran Sie vor den Protesten von Anwohnern nicht gedacht haben?

Jedenfalls nicht an die Kritik der Anwohner. Die hat mich keineswegs bei meiner Entscheidung beeinflusst, die Genehmigung für das frühere Werftgelände in Rönnebeck erst einmal auszusetzen.

Was dann?

Ganz einfach: die Aussicht, dass sich möglicherweise eine gute Alternative zum jetzigen Standort bietet.

Und was ist, wenn sich diese Alternative zerschlägt? Werden Sie dann Ihren Anwalt einschalten, um die Genehmigung durchzusetzen, die Sie für das frühere Werftgelände ­haben?

Wir brauchen diese Anlage, weil uns das Gesetz vorschreibt, wie wir mit Abfall vom Bau umzugehen haben. Und die Anforderungen werden immer höher, nicht nur für gefährliche Stoffe. So gesehen, bin nicht nur ich als Bauunternehmer unter Zugzwang, sondern die Behörde, die Möglichkeiten schaffen muss, diese Anforderungen zu erfüllen, ist es auch. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden wird.


Leider sind wichtige Fragen unbeantwortet geblieben:

  1. Alternativen zum Standort – Wohin ­blicken Sie denn?
  2. Und was ist, wenn sich diese Alternative zerschlägt?
  3. Werden Sie dann Ihren Anwalt einschalten, um die Genehmigung durchzusetzen?

Das BLV : Brandaktuell! Nach dem Protest der Anwohner hat der Senator die Genehmigung für die Steinbrechanlage ausgesetzt

Das BLV – die Wochenzeitung schreibt soeben auf Facebook:

Brandaktuell! Nach dem Protest der Anwohner hat der Senator die Genehmigung für die Steinbrechanlage ausgesetzt:

Das Bremer Umweltressort und der Blumenthaler Bauunternehmer Jan-Gerd Kröger haben sich gemeinsam darauf verständigt, die Genehmigung für den Betrieb einer Steinbrechanlage in Rönnebeck auszusetzen. Die Anlage sollte direkt am Blumenthaler Weserufer auf dem Gelände der ehemaligen Sarstedt-Werft betrieben werden.

Nach Angaben des Umweltressorts sowie des Unternehmers will man die massiven Bedenken von Anwohnerinnen und Anwohnern sowie des Beirates ernst nehmen. Daher haben sich beide darauf verständigt, für die Anlage einen Alternativstandort zu finden.

Derzeit wird zusätzlich eine Machbarkeitsstudie beauftragt, u
m zu prüfen, welche andere Nutzung an dem Standort möglich ist. Das Gutachten soll im ersten Quartal des kommenden Jahres vorliegen.

Wir bleiben dran und prüfen diese unglaublich gute Nachricht!

Bekommen wir nun endlich Einsicht in die Genehmigung?

Laut Artikel im BLV gibt es Hoffnung auf die Einsichtnahme in die Genehmigung der Steinbrechanlage in Rönnebeck. Dort heißt es:

Jens Tittmann, Sprecher im Umweltressort, verweist auf das Informationsfreiheitsgesetz, nach dem der Bescheid nur veröffentlicht werden kann, wenn keine „Nachteile zu Lasten Dritter“ entstehen.
In diesem Fall seien gegebenenfalls Passagen zu schwärzen. „Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Genehmigung mit entsprechenden Einschränkungen einzusehen sein wird“, so Jens Tittmann.

Weiteres unter: BLV vom 21.09.2016

Beirat Blumenthal legt Widerspruch ein

Der Beirat Blumenthal legt Widerspruch gegen die Genehmigung der Steinbrechanlage in Rönnebeck ein. Das ist ein gutes politisches Signal!

Denn selbst dem Beirat wird der Einblick in die Genehmigung verweigert. Wie viel Phantasie braucht es um zu mutmaßen, dass im Genehmigungsverfahren nicht alles „bedacht“ worden  ist. Klar ist jetzt schon, dass Gewerbeaufsicht, Feuerwehr, Amt für Straßen und Verkehr und das Gesundheitsamt nicht angemessen involviert wurden.

Mehr zum Widerspruch des Beirats: Weser-Kurier vom 21.09.2016

Unser Protest bei Senator Lohse

Wir haben gestern unseren Unmut über die genehmigte Steinbrechanlage dem Senator Dr. Joachim Lohse direkt mitgeteilt. Es versammelten sich gut 25 Protestler vor der Strandlust in Vegesack, was trotz der kurzfristigen Ankündigung und des Zeitpunktes ein ordentliches Bild ergab.

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Die Gute Nachricht vorweg: Er hat sich uns gegenüber gestellt, unsere 10 Fragen an den Bausenator Lohse persönlich angenommen und zugesagt, sich damit zu beschäftigen. Wir sind nun sehr gespannt, ob und wann eine Antwort auf unsere Fragen eintrifft.

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Allerdings blieb unser derzeit wichtigstes Anliegen, die Veröffentlichung der Genehmigung der Steinbrechanlage offen. Er tat es mit den Worten ab, dass er an Recht und Gesetz gebunden sei. Und es ist nun mal so, dass der Antragsteller eine einstweilige Verfügung erwirkt hat, die Genehmigung zur Wahrung des Betriebsgeheimnis nicht zu veröffentlichen. Die Frage, warum öffentliches Interesse nicht begründet sei, wurde nicht ausreichend beantwortet.

Auf der Veranstaltung des WIR-Wirtschafts- und Strukturrat Bremen-Nord selbst konnten wir das Thema  noch einmal aufgreifen und vor versammelter Runde thematisieren. Er bekräftigte sein Angebot zur Beantwortung unserer Fragen.

Nebenbei sagte der Senator (bekräftigt durch den Bremen-Nord-Beauftragten Martin Prange) doch tatsächlich, dass er sich gewünscht hätte, dass es keine Einwohnerversammlung gegeben hätte, damit nicht so ein schlechtest und überzogenes Bild dargestellt wird – kein Witz! So ein Verständnis von Demokratie spielt den Rechtpopulisten nur in die Hände.

Wir lassen uns nicht entmutigen und machen weiter! Es werden derzeit juristische Schritte gegen die einstweilige Verfügung des Antragstellers geprüft. Und noch weitere Schritte folgen in den nächsten Tagen!

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Nachtrag: Dass unser Protest nur in einem Satz am Ende des Artikels im Weser-Kurier vom 21.09.2016 vorkommt, spiegelt nicht die Deutlichkeit unseres Auftritts auch in der Veranstaltung wieder!

10 Fragen an den Bausenator Lohse

Wir haben 10 ungeklärte Fragen festgestellt, die wir den Bausenator fragen wollen:

  1. Warum bekommt die Öffentlichkeit keinen Einblick in die Baugenehmigung einer Anlage, die gesundheitsgefährdende Stoffe verarbeitet?
  2. Warum wurde keine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt, wenn dieses bei einer Durchsatzrate von 3 tph (siehe UVPG Anlage1 Punkt 1.1.2) gesetzlich vorgeschrieben ist?
  3. Warum wurde diese Steinbrechanlage genehmigt, die in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer Schule, einem Kinderhort, einem Jugendwohnheim und einer Altentagesstätte geplant ist?
  4. Warum wurde beim Genehmigungsverfahren die Gewerbeaufsicht, Feuerwehr, Amt für Straßen und Verkehr und das Gesundheitsamt nicht angemessen involviert?
  5. Warum wird den Anwohnern eine Verarbeitung von Asbest zugemutet in einer Gegend, die eine überproportionale Rate von Lungenkrebsfällen durch die Fehler im Umgang mit Asbest und anderen Giftstoffen vorweist?
  6. Warum wird den Anwohnern der Schwerlastverkehr zugemutet, die jetzt schon erhebliche Lärmbelästigung ertragen müssen?
  7. Warum wird der betroffenen Bürgermeister-Dehnkamp-Straße (auch als beliebter Radwanderweg bekannt) der Schwerlastverkehr zugemutet, die dafür überhaupt nicht ausgelegt ist?
  8. Warum wurde der Investor Reihenhaus AG des unmittelbar benachbarten Neubaugebietes „Am Geesthang“ nicht über das Verfahren informiert?
  9. Wenn der erste Antrag für eine Steinbrechanlage im März 2015 eingerichtet wurde, warum keine planungssichernden Instrumente wie z. B. eine Veränderungssperre in Anwendung gekommen ist?
  10. Wie sollen kaufkräftige Familien nach Blumenthal gelockt werden, wenn Blumenthal statt dringender Aufwertung eine weitere Abwertung erfährt?